Verband Österreichischer Stuckateur- & Trockenbauunternehmungen

Zahnarztpraxis in der Lounge

Neue Zeiten erfordern neue Lösungen, heisst es. Ein Zahnarzt hat ein Ärztezentrum errichtet und die Behandlung darin soll dem heutigen Geist entsprechen, wonach lieber vorgesorgt statt geheilt wird. Das Gebäude entspricht dem im Charakter und bietet das passende Ambiente.

Die Medlounge im niederösterreichischen Theresienfeld ist ein Ärztezentrum mit Zahnschwerpunkt. Im Juni wird offiziell eröffnet und für die Betreiber rund um Doktor Charvat hatten Platzgründe den Neubau nötig gemacht. Mit zusammengelegten Wohnungen war die vorherige Raumsituation für den Betrieb auf Dauer hemmend. Im Zuge der Errichtung waren aber nicht nur Platzfragen diskutiert worden. Mit dem neuen Haus, sollte auch den geänderten gesellschaftlichen Vorstellungen über medizinische Behandlungsweisen Rechnung getragen werden. Die Vorsorge, Pflege sowie Erhaltung der Vitalität würde das Heilen heute gewissermaßen ablösen. „Dieser Gesundheitspflege und Wohlfühl-Medizin haben wir ein Haus gebaut,“ betont Klaus Charvat die hintergründige Entscheidung für die Planung und die Wahl der Materialien. Gewünscht hatte man sich ein einladend wirkendes Gebäude, das einerseits die hohen technischen und organisatorischen Anforderungen eines modernen medizinischen Betriebes perfekt erfüllt und andererseits Patienten ein freundliches und entspannendes Ambiente bietet. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass sich Ärztinnen und Ärzte hier auf ihre fachliche Tätigkeit besser als zuvor konzentrieren können. Patientinnen und Patienten andererseits wird eine Atmosphäre geboten, in der man sich getrost seinem gesundheitlichen Wohlbefinden widmen kann. 

WENIGER PERSONAL AM BAU IST MEHR

„Einiges an indirekter Beleuchtung wurde hier eingebaut und das machte ein exaktes Arbeiten erforderlich“, erläutert der Oberbauleiter vom Trockenbauunternehmen Lieb Bau Weiz, Markus Schweigberger. Schlagschatten würden alle Ungenauigkeiten offenbaren und weil eine feine Kelle geschwungen wurde, war auch der Personalstand reduziert: „Sechs Leute können in so einem Fall besser arbeiten, als wenn ein ganzer Trupp zu Werke geht.“ Was die Optik betrifft, hat man sich für rein weisse Wände und Decken entschieden und im Gegenzug für färbiges Dekor beziehungsweise Mobiliar. Zu dem gewissermaßen klassischen Look kam es aber auch deshalb weil der Stil zeitlos ist und daher nicht bereits nach zehn oder fünfzehn Jahren alles „nach Erneuerung schreit“. Das Raumlicht im Eingangsbereich ist hinter Schürzen verborgen und erhellt den Raum über die Abstrahlung auf die weisse Akustiklochdecke. Im Aufgangsbereich zum Obergeschoß befindet sich ein leuchtend grüner Wandteppich aus Moos. Die Funktion ist dabei wie bei allen Zimmerpflanzen nicht auf das Visuelle reduziert, sondern es geht auch um das Filtern der Raumluft.

BEHANDLUNGSRAUM STRAHLUNGSSICHER

Neben den Soft Facts musste natürlich auch das Grundsätzliche stimmen und weil in sämtlichen Behandlungsräumen Röntgen eingesetzt wird, war eine praktikable und baulich unkomplizierte Lösung gesucht worden. Mit der Knauf Safeboard wurde eine Platte verwendet, die Strahlung - ganz ohne Blei - zu hundert Prozent abhält. Fünfhundertsechzig Quadratmeter davon wurden hier verbaut. Wie eine „normale“ GKF-Platte lässt sich diese be- und verarbeiten und gewohnte Falt- und Biegetechniken sind anwendbar. Jeder Behandlungsraum ist strahlengeschützt, die Patienten müssen den Behandlungsstuhl nicht verlassen und eine Prozedur kann eingespart werden. Ein Wasserschaden drohte allerdings die Aufnahme des Betriebes zu verzögern und schnelles Handeln seitens der Trockenbaufirma hat den Bauherren hier unterstützt. Im Obergeschoss war ein Provisiorium errichtet worden und gleichzeitig wurde die Feuchtigkeit abgeleitet und an den schadhaften Stellen repariert. „In zweieinhalb Tagen haben wir die erforderlichen Ersatzräume gebaut. Binnen einer Woche wird der Ersatzraum wieder wie gedacht für die Eröffnungsfeierlichkeiten nutzbar sein“, berichtet Schweigberger.

DER PRAXISBESUCH BEGINNT VOR DER TÜRE

Die reinen Baukosten betragen 2,6 Millionen Euro und die qualitative Bauweise mit viel Glasansichten in beiden Geschossen unterstützt den Wunsch des Bauherren eine positive Einstellung zum Arztbesuch zu bekommen. Vor dem Gebäudeeingang wurde auch nicht auf einen adequaten Witterungsschutz vergessen. Ein aufgeständertes Flugdach, das unterseitig mit Aquapanel Outdoor ausgeführt worden ist, schützt hier vor Regen oder zu viel Sonne und gleichzeitig wurde Vorplatz geschaffen. Die abgehängte Aquapanel-Platte ist beidseitig armiert und  Leuchtenöffnungen wurden kreisrund eingesägt. Verputzt und mit den bündigen Leuchtkörpern hat der Übergangsbereich somit ein funktionsgerechtes Design bekommen. Was noch fehlt, ist eine grasgrüne Fussmatte mit der Aufschrift: „Willkommen in der Medlounge !“.

 

Bautafel 

Objekt: Medlounge Theresienfeld

Bauherr: CHARVAT medlounge GesmbH, 2604 Theresienfeld

Ausführungs- und Detailplanung: Dipl.-Ing. Andreas Lüdtke, 2102 Bisamberg

Trockenbauunternehmen: Lieb Bau Weiz, 8160 Weiz

Knauf Fachberatung: Josef Kleinhappl Tel: +43-(0)664-544 60 23

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit

 

Dieser Bericht wurde zur Verfügung gestellt von KNAUF GmbH