Verband Österreichischer Stuckateur- & Trockenbauunternehmungen

4. VÖTB Forum: Quo vadis Trockenbau?

  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    15. November 2018 in der ÖAMTC-Zentrale in Wien
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Die ÖAMTC-Zentrale war der Schauplatz des heurigen VÖTB-Forums
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Der Veranstaltungssaal der ÖAMTC-Zentrale in Wien
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Der Veranstaltungssaal der ÖAMTC-Zentrale in Wien© VÖTB
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Ing. Gregor Todt, VÖTB-Präsident
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    DI Claus Stadler, Generalbevollmächtigter der UBM Development AG
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Mag. Victoria Engelhardt, SPAR
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Mag. Ing. Manfred Rosenauer und Lisa Tobler, STRABAG
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Mag. Kurt König, Director Human Resources Doka
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Dr. M. Christian Ortner, Direktor Heeresgeschichtliches Museum
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
    Mag. Michael Dell
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum
  • 4. VÖTB Forum
    4. VÖTB Forum

Dieser brennenden Frage widmete sich dieses Jahr das vierte VÖTB Forum. Einen Tag lang diskutierten brancheninterne und -externe Experten in der topmodernen ÖAMTC Zentrale über die Zukunft des Trockenbaus. Im Mittelpunkt standen aktuelle und bevorstehende Herausforderungen der Branche für Unternehmen und Mitarbeiter sowie spannende Zugänge unterschiedlichster Vortragender.

Der Branchentreff wurde von Moderator Heimo Rollet und Verbands-Präsident Gregor Todt begrüßt, der gleich zu Beginn einen entscheidenden Punkt ansprach: „Der Trockenbau ist das Schlüsselgewerk im Hochbau. Alle Schnittstellenproblematiken laufen beim Trockenbauer zusammen, er sichert Brand- und Schallschutz und hat damit große Verantwortung.“ Aus diesem Grund kümmere sich der VÖTB mit seinen Initiativen um den stetigen Image-Ausbau des Berufs. Eine davon ist das VÖTB Forum, das dieses Jahr wieder für regen Austausch in der Branche sorgte.

Auf Unerwartetes vorbereitet sein 
Über die Zukunft der Bildung im Zeitalter der Digitalisierung philosophierte Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann in seiner Eröffnungs-Keynote. Er wies unter anderem auf eine Studie der Oxford University hin, die prognostiziert, dass in zehn bis fünfzehn Jahren bis zu 40 Prozent der gegenwertigen Berufe verschwinden. Solche Studien seien zwar mit Vorsicht zu genießen, aber die Entwicklungen dürfe man trotzdem nicht ignorieren. Liessmann betonte, dass Bildung über berufsorientierte Bildung hinausgehen müsse. Junge Menschen müssten so ausgebildet werden, dass sie auf Unerwartetes vorbereiten sind und kompetent mit den Problemen der Digitalisierung umgehen können.

Bauen 2025: Was auf die Baubranche zukommt
Welche Trends, Veränderungen, Chancen und Risken auf die Bauwirtschaft in Zukunft zukommen werden, verrieten Zukunftsforscher und Innovationsexperte Mag. Michael Dell und DI Claus Stadler, Generalbevollmächtigter der UBM Development AG. Stadler stellte fest, dass die klassische Baubranche von einer traditionellen Kultur geprägt sei und sie viel mutiger sein könnte. Denn die Baubranche befindet sich im ständigen Wandel: Amazon steigt ins Immobiliengeschäft ein, Google kauft Nest. In Zukunft wird die Blockchain-Technologie die Dokumentation erleichtern und die Vorgänge transparenter machen. Zum Abschluss riet er den Teilnehmern: „Werden Sie Teil des Veränderungsprozesses, weil passieren wird er trotzdem.“
Dell zeigte spannende Beispiele aus der ganzen Welt auf, die unsere Zukunft maßgeblich verändern werden. Er betonte, dass BIM zwar der Stand der Technik sei, aber es trotzdem keiner verwende. Bedankt man, dass es in Skandinavien bereits fast jeder benutzt und 2020 etwa in Deutschland BIM bei Projekten mit öffentlichen Geldern Pflicht werden soll, wird man sich in Zukunft diesem Trend nicht entziehen können. Das Bedürfnis nach leistbarem Wohnen, der Trend zu nutzen und teilen statt besitzen, selbstfahrende Autos, all das wird unser Leben verändern und damit auch die Anforderungen an die Baubranche.

Nachwuchs finden und fordern
Mag. Victoria Engelhardt von der Abteilung Personalentwicklung Filialorganisation – Lehrlingsausbildung bei SPAR veranschaulichte wie sehr sich Berufsbildung verändert hat und sich ständig im Wandel befindet. Heute nutzen die Lehrlinge bei SPAR Online-Plattformen, profitieren von Zusatzausbildungen und lernen durch Praxisseminare die Fähigkeiten für eine erfolgreiche Karriere. Durch die Digitalisierung werden Ausbildungspläne aktualisiert, E-Learning Inhalte adaptiert bzw. neu erstellt. Um potentielle Lehrlinge zu finden, sucht SPAR auch den Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften. Dabei setzt die Handelskette auf Berufsmessen, Printmedien, Facebook, TV-/Radio-/LKW-Werbung sowie Kooperationen mit Schulen und Jobtours.

Mehr Frauen in die Bauwirtschaft!
Das Thema Frauen in der Bauwirtschaft haben Lisa Tobler, Stuckateurin und Trockenausbauerin bei der STRABAG und STRABAG-Vorstandsmitglied Mag. Ing. Manfred Rosenauer in den Mittelpunkt gerückt. Rosenauer betonte, dass unter anderem der Fachkräftemangel erfordert, dass der Sektor in Zukunft stärker als bisher auf die Arbeitskraft von Frauen setzt. 2017 zählte die Wirtschaftskammer unter allen Trockenbau-Lehrlingen einen ernüchternden Frauenanteil von 1,9 Prozent. Eine davon ist Lisa Tobler. Sie bewarb sich bei unterschiedlichen Unternehmen und erhielt ausschließlich von der STRABAG eine Rückmeldung. 2013 startete sie dort ihre Lehre zur Stuckateurin/Trockenausbauerin, derzeit arbeitet sie als Bautechnikerin bei STRABAG und hat schon drei von fünf Modulen der Meisterprüfung absolviert. Tobler wurde gefördert, nahm an Wettbewerben teil und erzielte dabei tolle Erfolge. Zwar sei es anfangs ungewöhnlich gewesen, mit vielen Männern auf der Baustelle zu arbeiten, aber sie habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Für sie gibt es kein Hindernis, den Beruf als Frau nicht zu erlernen.

Stärken der Generationen
Trocknet der Trockenbau aus? Diese Frage stellte Mag. Kurt König, Director Human Resources Doka und Member of the Management Board. Als große langfristige Herausforderung sieht er die Ansprüche der neuen Mitarbeitergeneration. Diese Bedürfnisse präsentierte er in einem unterhaltsamen Vergleich der unterschiedlichen Generationen von Babyboomern, Generation X, Y und Z. So verschieden jede Generation ist, jede hat ihre Stärken. Deshalb gilt es, diese gegenseitig zu ergänzen. Um Gegensätzlichkeiten zu Erfolg zu machen, schlägt König Generationen-Workshops vor um gemeinsame Werte zu definieren. Damit soll die Aufmerksamkeit für die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Generationen geweckt werden.

„Sieg und Niederlage“
Wissenswertes über militärische Erfahrungen und ihre Nutzung im modernen Wirtschaftsleben erfuhren die Teilnehmenden in der Keynote von Dr. M. Christian Ortner, Direktor Heeresgeschichtliches Museum. Ortner gab einen unterhaltsamen Einblick in interessante Schlachten und die Hintergründe, die zu Sieg oder Niederlage führten. Zuletzt fragte er: „Können aus der (österreichischen) Militärgeschichte „zivile“ Erfahrungen gewonnen werden?“ Ja, wenn bestimmte Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört die richtige Perspektive zu wählen, die Probleme richtig zu erkennen, eine zeitgemäße Beurteilung der Verhältnisse anzuwenden und Verklärungen und Mythenbildungen zu vermeiden.
Nach diesem abwechslungsreichen Vortragsprogram nahmen zahlreiche Interessenten an einer Führung durch das beeindruckende ÖAMTC-Gebäude statt. Im Anschluss ließen die Teilnehmer den spannenden Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.


Der VÖTB bedankt sich für die großzügige Unterstützung bei den Sponsoren Domoferm, Knauf, Quester und Vogl Deckensysteme.